Der Südschwarzwald

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Dreizehenspecht, Badischer Riesenregenwurm und eine uralte Landschaft im Wandel der Jahrhunderte: Zwischen Feldberg, Wäldern und Weiden liegt eine der vielfältigsten Kulturlandschaften Deutschlands. Der Naturpark Südschwarzwald verbindet Tradition, Artenvielfalt und nachhaltige Entwicklung auf besondere Weise.

„Silva Negra“ - so nannten die Römer dieses für sie undurchdringliche Waldgebiet, das im Süden und Westen vom Rhein eingerahmt wird. Im Osten begrenzen die Traufläufe der Alb den Schwarzwald und im Norden schließt sich der Kraichgau an. Der Schwarzwald ist mit über 6000 km³ Deutschlands höchstes und größtes zusammenhängendes Mittelgebirge. Und der Feldberg ist mit 1493 m der höchste Berg in Deutschland außerhalb der Alpen.

Die Ranger im Naturpark Südschwarzwald freuen sich über die Rückkehr der Dreizehenspechte, die inzwischen gar nicht mehr scheu direkt neben den Wanderwegen ihre Wohnhöhlen in die abgestorbenen Stämme der alten Bäume hämmern. Sie brauchen, wie viele andere Tiere, das Totholz als Lebensraum. Doch wenn sich dort der Borkenkäfer ausbreitet, fürchten die Besitzer der angrenzenden Waldflächen Verluste in der Holzwirtschaft.

Noch immer gehört in der Region zu jedem Hof auch ein Stück Wald, der einen Teil des Einkommens der Landwirte ausmacht. Mit Hilfe der örtlichen Förster wird der Wald bewirtschaftet und im besten Falle gut gepflegt. Doch was ist eine gute Pflege in Zeiten des Klimawandels? Neue Schädlinge treffen auf alte Bäume, durch lange Phasen der Trockenheit leiden die bisher im Schwarzwald angepflanzten Baumarten. Der nächste Sturm kann dann schnell breite Schneisen in den Wald schlagen. Die Förster vor Ort stehen vor neuen Herausforderungen und es gibt dafür keine Patentlösung.

Der Wandel des Klimas führt in dieser Region bereits zu einem spürbaren Wandel im Tourismus. War früher der Feldberg ein Garant für mehrere Monate Wintersport und der Südschwarzwald ein Hotspot für Skitouristen, so suchen jetzt immer mehr Menschen aus den großen Städten im Sommer Abkühlung und Entspannung in den Tälern und Wäldern des Schwarzwaldes. Bei den Gastwirten sind die Sommertouristen willkommen, doch für Ranger und Förster werden Sie an manchen Stellen zum Problem. Die einen müssen dafür sorgen, dass die seltenen Tierarten nicht gestört werden, die anderen kümmern sich um die Sicherheit im Wald, damit niemand von herabfallenden Ästen verletzt wird.

Zur Pflege der Kulturlandschaft gehören auch die Landwirte. Ihre Hinterwälder Rinder sind wichtige Landschaftspfleger und sorgen für eine bunte Mischung an Kräutern und Blumen auf den Wiesen rund um den Feldberg. Unterirdisch lebt dort ein einzigartiges Wesen, das auch zur Bodenpflege beiträgt, der Badische Riesenregenwurm.

In dieser einzigartigen Landschaft am Feldberg stehen die Interessen von Naturschutz, landwirtschaftlicher Nutzung und Tourismus nebeneinander. Konflikte sind also vorprogrammiert und nur zu lösen, wenn alle Beteiligten im Gespräch miteinander mögliche Kompromisse ausloten. Nur in der Zusammenarbeit kann diese alte Kulturlandschaft erhalten und geschützt werden.

Den Badischen Regenwurm werden Sie bei unserem Bildungsurlaub „Naturpark Südschwarzwald - "Schutz durch Nutzung"?! wohl nur im Haus der Natur zu Gesicht bekommen, aber ansonsten bekommen Sie zahlreiche Einblicke und erleben diese Landschaft gemeinsam mit Rangern, Förstern und Landwirten hautnah.

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