Japanisch denken, anders leben: Buddhistisch geprägte Gelassenheit und Körperpraxis für den Berufsalltag
Der Arbeitstag ist durchgetaktet, die To-do-Liste voll, der Umgangston manchmal schwierig. Am Abend läuft der Kopf weiter, und der Körper sendet verschiedene Signale: ein verspannter Nacken, ein meckernder Rücken, innere Unruhe oder schlechter Schlaf. Du stehst unter „Strom“.
Eigentlich weißt du, was dir guttäte: mehr Bewegung, echte Pausen, besser essen. Doch im Arbeitsalltag wird selbst das schnell zur nächsten Aufgabe. Und oft hörst du erst auf deinen Körper, wenn es weh tut.
Wer für vieles und viele da ist, verliert dabei leicht sich selbst aus dem Blick. Was wäre, wenn du anders ansetzt?
Japan gehört zu den leistungsorientierten Arbeitskulturen der Welt. Gleichzeitig begegnen dir dort Denk- und Lebensweisen, die einen ungewohnten Blick auf Leistung und Regeneration, Körper und Geist, Anspannung und Loslassen eröffnen: der buddhistisch geprägte „Weg der Mitte“, alltägliche Rituale, gemeinsame Bewegung, Naturverbundenheit und eine Kultur, in der nicht jedes Ja oder Nein so eindeutig ist, wie du es gewohnt bist.
In dieser Seminarwoche lernst du ausgewählte Aspekte dieser Denk- und Lebensweise kennen als Einladung zum Perspektivwechsel. Du erprobst einfache japanische Bewegungs- und Wahrnehmungspraktiken am eigenen Körper und schaust aus einer neuen Perspektive auf deine Gewohnheiten im Berufsalltag.
Dabei geht es nicht darum, dein Leben umzukrempeln. Du entwickelst kleine, konkrete Veränderungen, die zu dir und deinem Arbeitsalltag passen, damit du dich auch im vollen Berufsalltag nicht aus dem Blick verlierst.
Methoden
- Fachliche Impulse zu japanischer Kultur, Denkweise und Lebenspraxis
- Praktische Körper-, Bewegungs- und Wahrnehmungs-übungen einzeln, zu zweit und in der Gruppe
- Übungen und Erfahrungen im Freien
- Selbstreflexion und Austausch in der Gruppe mit Bezug zum eigenen Berufsalltag
- Persönliche Transferarbeit mit kleinen Ritualen, konkreten Übungen und einem eigenen Transferplan
Zielgruppe und Voraussetzungen
Das Seminar richtet sich an Berufstätige, die im Arbeitsalltag häufig für vieles und viele da sind und sich selbst leicht aus dem Blick verlieren. Es ist für Menschen gedacht, die nicht erst reagieren möchten, wenn der Körper deutlich protestiert, sondern früher wahrnehmen wollen, was ihnen Kraft gibt und wann es Zeit ist, gegenzusteuern.
Das Seminar ist als berufliche Weiterbildung im Bereich Persönlichkeit und Beruf konzipiert. Vorkenntnisse in japanischer Körperarbeit oder besondere Fitness sind nicht erforderlich.
Alle Übungen werden so angeleitet, dass du sie an deine eigenen Möglichkeiten anpassen kannst. Für Sitzpositionen am Boden gibt es Alternativen auf dem Stuhl. Einige Einheiten finden bei fast jedem Wetter im Freien statt.
Seminarziele
Die Teilnehmenden …
- nehmen körperliche Signale von Stress und Überlastung früher wahr und verstehen sie als hilfreiche Information über die eigene Belastung.
- kennen einfache Bewegungs-, Wahrnehmungs- und Regulationsübungen aus der japanischen Körperpraxis, mit denen sie im Arbeitsalltag innehalten und wieder bei sich ankommen können.
- setzen sich mit dem buddhistisch geprägten „Weg der Mitte“ auseinander und übertragen diese Haltung auf den Umgang mit Leistung, Anforderungen und den eigenen Bedürfnissen im Berufsalltag.
- reflektieren ihre Gewohnheiten in Bewegung, Ernährung, Pausengestaltung und Tagesstruktur und erkennen, was ihre eigene Vitalität stärkt und was sie unnötig Kraft kostet.
- erfahren Rituale und Wiederholung als Möglichkeit, im Arbeitsalltag Halt und Orientierung zu schaffen, und entwickeln eigene kleine Rituale für konkrete berufliche Situationen.
- verstehen am Beispiel der japanischen Sprache und Kommunikation, wie Sprache und kulturelle Prägung unser Denken und Handeln beeinflussen. Sie reflektieren insbesondere ihren eigenen Umgang mit Ja und Nein, Zustimmung und Abgrenzung.
- lernen das japanisch geprägte „Sowohl-als-auch“ als Gegenentwurf zu starrem Entweder-oder-Denken kennen und nutzen es, um eigene innere Widersprüche und berufliche Anforderungen differenzierter zu betrachten.
- entwickeln einen persönlichen Transferplan mit konkreten Schritten und Übungen, um im Berufsalltag früher wahrzunehmen, wenn sie sich selbst zwischen Anforderungen und Erwartungen aus dem Blick verlieren – und wieder zu sich und in ihre eigene Mitte zurückzufinden.
Anerkannt als Bildungsurlaub bzw. anerkannter Bildungsträger für Bildungsurlaub/Bildungszeit in: Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Saarland
Anerkennung möglich in: Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen